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Als Kind habe ich viele Stunden alleine in meinem Zimmer verbracht um zu malen, zeichnen und zu basteln. Das war und ist in mir ein großer Antrieb: ich will immer wieder neue Dinge erschaffen
und tief im Prozess des Schaffens versinken.
Seit der Schulzeit war für mich durch den Kunstunterricht ganz klar, dass ich irgendwann Kunst studieren würde. Mein damaliger Lehrer war überzeugt, dass ich ein besonderes Talent hätte und war fasziniert davon, dass ich als einzige von 30 Schülern die vollen zwei Unterrichtsstunden stumm und vertieft in mein Werk da saß.
Leider war meine Familie gegen ein Kunststudium und ich hab mich, verunsichert wie ich war, vom Weg abbringen lassen und zunächst ein Studium in Tiermedizin angestrebt. Immer wieder aber hat es mich zur Kunst hin gezogen, immer wieder habe ich abends gemalt, manchmal eine ganze Zimmerwand, Texte verfasst und spontan Motive, die mir im Alltag aufgefallen waren, aufgezeichnet. Zeit meines Lebens faszinierte mich jede Form von künstlerischer Darstellung und Ausdruck. Die Kunst hat mich immer im Hintergrund begleitet.
Nach einer fordernden Zeit trat sie dann in den Vordergrund und ich habe den Entschluss gefaßt, der Kunst und meinem Drang danach künstlerisch tätig zu sein, nachzugeben und begonnen als freischaffende Künstlerin meine Werke auszustellen und darüber mit Interessierten in Dialog zu treten.
In mir regt sich eine große Leidenschaft und ich spüre, dass Kunst machen etwas ist, das ich unbedingt tun muss, dass ich mich ihr intensiv zuwenden möchte, daß ich mich in ihr selbst spüre und erkenne. Das ich das bin.
Ich befasse mich damit was den Menschen ausmacht, was ihn bewegt, ihn antreibt, was ihn verletzt, was ihn fast umbringt und was ihn stark macht, was ihn beflügelt und was ihn weiter machen lässt. Meine Kunst entsteht aus einem inneren Drang heraus – dem Bedürfnis, Gedanken und Gefühle sichtbar zu machen, für die Worte oft nicht ausreichen. In meinen Werken beschäftige ich mich mit persönlichen Erfahrungen, Eindrücken und psychischen und menschlichen Themen.
Dazu spüre ich so viele Fragen in mir, die ich gar nicht formulieren kann. Die Kunst ist für mich eine Möglichkeit einen Teil davon auszudrücken und fassbar zu machen, ohne dass es ausgesprochen werden muss. Ich kann in ihr das Unaussprechliche darstellen, das was über Worte hinausgeht. Somit sind in meinen Bildern auch unbewusste Prozesse, die ich selber nur flüchtig greifen kann, festgehalten.
Gefühle wie Schmerz, Wut, Trauer, Liebe sind in meinen Bildern bruchstückhaft dargestellt, denn sie lassen sich nie ganz darstellen, immer nur in Facetten. Es gibt Werke, die eine ganze Geschichte erkennen lassen, sodass ein versinken in das Kunstwerk möglich ist und jeder seine eigenen Gedanken und Gefühle dazu erkennbar machen kann. Es fasziniert mich die Schönheit im Häßlichen, das Spiel mit beidem und mit den Polaritäten - wie die Schönheit im Schmerz. Das Licht in der Dunkelheit. Das Fehlerhafte im Perfekten. Letztlich geht es für mich auch um den Mut, Dinge fehlerhaft zu lassen. Keines meiner Werke ist perfekt, keines meiner Werke ist „fertig“. Einzig und allein mein Gefühl entscheidet darüber, wann es fertig ist.
Die Kunst bedeutet für mich Freiheit und Ausdruck. Ich merke, dass ich in dieser Freiheit versuche meine Begrenzungen loszulassen, was nicht immer ganz gelingt. Jedoch machen diese persönlichen Begrenzungen mich selbst spürbar.
Meine Kunst ist nicht dazu da jedem zu gefallen und einfach nur schön zu sein. Sie soll Gefühle, Erlebnisse und Verdrängtes fühlbar machen und darf auch unbequem sein. Wenn mir jemand
zurückmeldet, dass es in ihm ein starkes Gefühl auslöst (positiv wie negativ) und wenn jemand vielleicht sogar genau das spüren kann, was ich in das Werk hineingegeben habe, ist das für mich
der wichtigste Moment im Austausch über meine Werke.
Im Zentrum meines Schaffens stehen die vielen Facetten des Mensch Seins. In meinem Wirken auf der Leinwand verarbeite ich die vielen Aspekte des Lebens, denen ich bisher, teils direkt und teils indirekt, begegnet bin. Diese Aspekte sind wie das Leben selbst - manchmal wunderschön, manchmal sinnlich, aber eben auch oft beklemmend, traurig und schwer zu ertragen. Sie beinhalten Begegnungen mit Menschen, der Natur, Erinnerungen und Fragen nach Identität, Selbstwahrnehmung und inneren Konflikten und nach denen, auf die es keine Antworten gibt. Dabei ist es für mich ein berührendes Kompliment, wenn meine Kunstwerke gefühlt werden können, die Geschichten dahinter erahnt werden und vielleicht Gefühle in der betrachtenden Person auslösen.
Die figurativen Werke sind meist weitgehend geplant, entwickeln sich dann aber oftmals in eine neue Richtung. Die abstrakten Werke entstehen intuitiv, komplett spontan und ohne Plan, sie sind an intensive Emotionen geknüpft.
Zu jedem Bild habe ich eine Beziehung und empfinde sie als Teil von mir selbst. Ich lade dazu ein, eigene Gedanken und Gefühle in meinen Werken zu entdecken, sich auf eine persönliche Weise mit den Werken zu verbinden und auf die eigene Interpretation einzulassen.
Ich bin eine Künstlerin aus Mainz, meine Kunstwerke bestehen vor allem aus Acryl auf Leinwand und stellen das MenschSein in den Mittelpunkt.